


Die ehemalige Synagoge in Kobersdorf ist ein denkmalgeschütztes jüdisches Gebetshaus im Burgenland und eines der wenigen vollständig erhaltenen Gebäude der historischen „Sieben Gemeinden“. Erbaut im Jahr 1860 war sie einst religiöses und kulturelles Zentrum einer lebendigen jüdischen Gemeinde. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie enteignet und zweckentfremdet, jedoch nicht zerstört. Nach einer umfassenden Restaurierung in den Jahren 2020 bis 2022 dient sie heute als Kultur-, Bildungs- und Erinnerungsort mit Schwerpunkt auf jüdischer Geschichte und Kultur.

Rundgänge für Besuchergruppen sind auf Anfrage ganzjährig möglich. Diese umfassen den Besuch der ehemaligen Synagoge, des ehemaligen jüdischen Viertels sowie des jüdischen Friedhofs in Kobersdorf.

Die ehemalige Synagoge als Lern- und Gedenkort
Der Lern- und Gedenkort Kobersdorf richtet sich speziell an die jüngere Generation. Schüler*innen und Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren haben die Möglichkeit, die jüdische Geschichte rund um Kobersdorf näher kennenzulernen. Dabei können Pädagog*innen zwischen verschiedenen Modulen und Themenbereichen wählen. Der Besuch des Lernortes umfasst je nach Interesse neben der Besichtigung der ehemaligen Synagoge, des ehemaligen jüdischen Viertels in Kobersdorf auch den jüdischen Friedhof in Kobersdorf.
Monatlich erscheint ein neuer Beitrag, der unterschiedliche Perspektiven auf die Synagoge eröffnet und das Gebäude sowohl als historischen Ort als auch als lebendiges Forschungs- und Vermittlungsobjekt begreifbar macht. Sämtliche Beiträge finden Sie hier zum Nachlesen und laden zur fortlaufenden Auseinandersetzung mit Geschichte, Architektur und Bedeutung dieses besonderen Ortes ein.
Die ehemalige Synagoge Kobersdorf hat keine fixen Öffnungszeiten. Besichtigungen sind nach Anfrage ganzjährig möglich.
Ehemalige Synagoge Kobersdorf
Schlossgasse 25
A-7332 Kobersdorf
+43 - 664 8544 527
synagoge-kobersdorf@kultur-burgenland.at
Ein Ort der Erinnerung, der Bildung und des Dialogs
Die ehemalige Synagoge Kobersdorf zählt zu den bedeutendsten erhaltenen Zeugnissen jüdischen Lebens im Burgenland. Sie erinnert an eine über Jahrhunderte gewachsene jüdische Kultur, an ihre gewaltsame Zerstörung während der Zeit des Nationalsozialismus und an die Verantwortung, dieses Erbe für kommende Generationen zu bewahren.
Die Synagoge wurde zu Pessach am 11. April 1860 feierlich eröffnet. Sie war über viele Jahrzehnte religiöses, kulturelles und gesellschaftliches Zentrum der jüdischen Gemeinde von Kobersdorf sowie der umliegenden Gemeinden.
Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme im Jahr 1938 wurde dieses Gemeindeleben zerstört. Die jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner wurden entrechtet, zur Emigration gezwungen oder vertrieben. Viele wurden später deportiert und in der Shoah ermordet. Die Synagoge verlor ihre ursprüngliche Funktion und blieb über Jahrzehnte ein stummes Zeugnis dieser Geschichte.
Mit dem Erwerb durch das Land Burgenland im Jahr 2019 und einer umfassenden Restaurierung wurde die ehemalige Synagoge im April 2022 wiedereröffnet. Heute ist sie ein Kultur-, Wissenschafts- und Bildungszentrum mit dem Schwerpunkt jüdische Geschichte und Kultur. Sie versteht sich als offenes Haus, das historische Bildung, wissenschaftliche Auseinandersetzung und kulturelle Begegnung miteinander verbindet.
Vergangenheit verstehen – Gegenwart gestalten
Die ehemalige Synagoge Kobersdorf ist ein Ort, an dem Geschichte vermittelt und gesellschaftlicher Dialog ermöglicht wird. Ausstellungen, Theater, Konzerte, Lesungen, Vorträge und Bildungsprogramme eröffnen unterschiedliche Zugänge zur jüdischen Geschichte und Kultur sowie zu Fragen des Zusammenlebens in einer pluralen Gesellschaft.
Mit ihrer Wiederbelebung wurde nicht nur ein bedeutendes Kulturdenkmal erhalten. Es entstand ein Ort, der Erinnerung lebendig hält, Wissen vermittelt und zur Auseinandersetzung mit Geschichte und ihren Auswirkungen bis in die Gegenwart einlädt.
Ein etablierter Kultur- und Bildungsort
Seit ihrer Wiedereröffnung im Jahr 2022 hat sich die ehemalige Synagoge Kobersdorf als wichtiger Kultur- und Bildungsstandort im Burgenland etabliert. Mehr als 18.000 Besucherinnen und Besucher sowie über 468 Öffnungstage dokumentieren das große Interesse an ihrem vielfältigen Programm.
Die ehemalige Synagoge ist heute ein Ort des Lernens, der Begegnung und der Reflexion – offen für alle Menschen, die sich mit jüdischer Geschichte, Kultur und den Herausforderungen einer demokratischen Erinnerungskultur auseinandersetzen möchten.
Programmbeirat
Die inhaltliche Entwicklung der ehemaligen Synagoge wird von einem Programmbeirat begleitet. Die betriebliche Organisation und Umsetzung des Veranstaltungsprogramms obliegen der Kultur-Betriebe Burgenland GmbH (KBB).
Aufgaben des Programmbeirats
Der Programmbeirat berät die Kultur-Betriebe Burgenland insbesondere bei
Ziel ist ein Programm, das jüdische Geschichte und Kultur wissenschaftlich fundiert vermittelt, unterschiedliche Perspektiven sichtbar macht und den gesellschaftlichen Dialog fördert.
Mitglieder des Programmbeirats
Vorsitz
Mag. Gerhard Krammer - Joseph Haydn Privathochschule
Mitglieder