50 Jahre Kulturzentren Burgenland

Vor über hundert Jahren kam das Burgenland als Land der Dörfer zu Österreich. Mit Geduld, Gemeinschaft und Tatkraft wuchs daraus ein Land, das heute für Offenheit, Vielfalt und Lebensfreude steht. Zwischen 1976 und 1982 wurden die ersten Kulturzentren errichtet, in denen sich langsam, aber stetig ein breitgefächertes kulturelles Leben entfaltete.  Was einst zaghaft begann, ist heute gelebte Tradition – ein Netzwerk lebendiger Kultur von Nord bis Süd. Die Kulturzentren Burgenland sind Orte der Begegnung und Inspiration – Orte, an denen Kultur gewachsen ist und gelebt wird: damals wie heute.

 

1970 bis 1980

Wie im Burgenland Kultur ein Zuhause fand

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1970 BIS 1980

WIE IM BURGENLAND KULTUR EIN ZUHAUSE FAND

Die 1970er waren im Burgenland Jahre des Machens, Probierens und Wachsens. Während in den Städten längst die Lichter der Bühnen leuchteten, blieb es auf dem Land oft still. Zu still für viele. Der Wunsch nach Kultur war da, doch die Wege waren weit und die Angebote selten.

1972 entstand deshalb eine Idee, die einfach und mutig zugleich war: Wenn die Menschen nicht zur Kultur kommen können, dann muss die Kultur zu den Menschen kommen. Mit der Gründung des „Vereins zur Planung, Errichtung und Erhaltung von Kultur- und Bildungszentren im Burgenland“ wurde dieser Gedanke zum Auftrag – für regionale Häuser, die Platz für Bildung, Kunst und Begegnung schaffen sollten. In den Jahren zwischen 1976 und 1982 wurden fünf Kulturzentren gebaut und eröffnet, darunter die ersten in Mattersburg, Güssing und Jennersdorf. Es war Neuland. Niemand wusste genau, wie so ein Zentrum funktionieren musste – und doch war gerade das der Reiz. Hellmut Andics, damaliger Geschäftsführer und gleichzeitig verantwortlich für drei Baustellen parallel, sagte damals: „Es gibt kein Vorbild, nach dem ich mich richten könnte. Gottlob gibt es kein Vorbild, nach dem ich mich richten muss.“ Ein Satz, der gut beschreibt, worum es ging: einfach machen – und dabei eigene Wege finden. Am 22. Mai 1976 öffnete schließlich das erste Kulturzentrum in Mattersburg offiziell seine Türen. Was folgte, war die eigentliche Erfolgsgeschichte. Ein kulturelles Leben, das langsam wuchs, aber stetig mehr Menschen anzog. Konzerte, Theater, Kabarett, Ausstellungen – das Programm wurde breit, das Interesse groß.

Auch für die burgenländischen Schulen wurden die Zentren schnell wichtig. Klassen nutzten das Angebot, um den Unterricht lebendiger zu gestalten: Theaterstücke als Einstieg ins Lesen, Konzerte als Ergänzung zum Musikunterricht, Workshops zum Ausprobieren und Mitmachen. Kultur wurde im Burgenland so zum Alltag und Bildung bekam neue Impulse außerhalb der Schulmauern. Schon in den Anfangsjahren zeigte sich, die Häuser wurden angenommen und die Erwartungen stiegen mit der Begeisterung. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Und das ist gut so. Denn die Kulturzentren waren von Anfang an offene Häuser für alle Menschen im Land und beliebte Treffpunkte. Orte, an denen man gern hinkommt, sich begegnet, austauscht, Neues erlebt und gemeinsam Kultur genießt. Und genau das sind sie bis heute geblieben. In der nächsten Ausgabe blättern wir weiter — hinein in die 1980er-Jahre. Es ist das Jahrzehnt, in dem das Kulturprogramm im Burgenland noch breiter und lebendiger wurde. Und es ist auch die Zeit der ersten Ausgabe des Kukuruz – jener Zeitschrift, die Sie gerade in der Hand halten. Von Anfang an wollte sie zeigen, wie viel Kultur im Burgenland zu finden ist und warum es sich lohnt, sie zu entdecken.

Seien Sie gespannt – die Reise durch 50 Jahre Kulturgeschichte geht weiter.