Der Lern- und Gedenkort Kobersdorf –
Geschichte begreifbar machen

Der Lern- und Gedenkort Kobersdorf bietet jungen Menschen ab sechs Jahren die Möglichkeit, sich auf altersgerechte Weise mit der jüdischen Geschichte der Region auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die eindrucksvoll erhaltene Synagoge, sondern auch das ehemalige jüdische Viertel sowie der jüdische Friedhof.

Ein Besuch in Kobersdorf bietet einen authentischen Rahmen, um zentrale Inhalte der österreichischen Lehrpläne in Religion, Ethik, Geschichte und Politischer Bildung – darunter Antisemitismus, Nationalsozialismus und der Holocaust – anschaulich und nachhaltig zu vermitteln.

Pädagog*innen können aus verschiedenen thematischen Modulen wählen – vom jüdischen Alltagsleben über die Geschichte der Verfolgung bis hin zu aktuellen Erscheinungsformen von Antisemitismus und Extremismus. Interaktive Workshops, Führungen und didaktisch aufbereitetes Begleitmaterial ermöglichen ein fächerübergreifendes Lernen mit Tiefe und Bezug zur Lebenswelt der Jugendlichen.

So wird Geschichte nicht nur vermittelt, sondern auch erfahrbar – als Impuls für kritisches Denken, Zivilcourage und demokratisches Handeln im Heute.

Buchung und Infos

Bei Fragen zu unserem Vermittlungsangebot stehen wir Ihnen gerne persönlich zur Verfügung.

Kontakt & Buchung

+43 - 664 85 44 527
synagoge-kobersdorf@kultur-burgenland.at

Anreise
Schlossgasse 25 | 7332 Kobersdorf

Parkmöglichkeit für Busse, Barrierefrei, Pausen- und Jausenbereich

MODUL 1

Spurensuche in Kobersdorf

Selbstständig durchführbare Lernmodule für Pädagog*innen

Für den Lern- und Gedenkort „Ehemalige Synagoge Kobersdorf“ stehen eigens entwickelte Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, die es Pädagog*innen ermöglichen, eigenständig Workshops mit Schulklassen vor Ort durchzuführen. In der einzigartigen Atmosphäre der ehemaligen Synagoge setzen sich Schüler*innen aktiv mit Aspekten jüdischer Geschichte und Gegenwart auseinander. Je nach Interesse kann zwischen verschiedenen Themenkomplexen gewählt werden:

  • Synagoge Kobersdorf
  • Jüdischer Friedhof
  • Jüdisches Kobersdorf
  • Ende der jüdischen Gemeinde
  • Antisemitismus

Zu jedem Themenkomplex sind altersgerechte Basistexte und begleitende Fragestellungen für Unter- und Oberstufe verfügbar. Die Materialien sind flexibel einsetzbar und auf der Lernplattform LMS.at abrufbar.


Altersstufe: 10 - 14 Jahre, 14 - 18 Jahre 
Dauer: ca. 60 Minuten pro Themenmodul (individuell anpassbar)
Kosten: frei
Hinweis: Mitarbeiter*innen der KBB – Kultur-Betriebe Burgenland sind während des Workshops vor Ort anwesend.

MODUL 2

Kobersdorf erzählt – jüdische Geschichte entdecken

„Klassische“ Führung

Ganzjährig buchbar bietet diese Führung Schulklassen einen spannenden Einblick in das Judentum und die Geschichte der jüdischen Gemeinden im Burgenland. Im Mittelpunkt steht der Besuch der ehemaligen Synagoge Kobersdorf, ergänzt – je nach Interesse – durch einen Rundgang am nahegelegenen jüdischen Waldfriedhof.

Die Schüler*innen erfahren Wissenswertes über die religiöse Bedeutung einer Synagoge, über das jüdische Leben in Kobersdorf sowie über die Bau- und Nutzungsgeschichte dieses besonderen Ortes.


Altersstufe: 6 - 10 Jahre, 10 - 14 Jahre, 14 - 18 Jahre     
Dauer: ca. 60 Minuten    
Kosten: € 2,00 pro Schüler*in

MODUL 3

LIKRAT – Lass uns reden!

Im Gespräch mit jüdischen Jugendlichen

Dieses besondere Dialogprojekt bietet Schüler*innen die Möglichkeit, jüdisches Leben aus erster Hand kennenzulernen. Jüdische Jugendliche – sogenannte Likratinos – besuchen die Synagoge Kobersdorf und treten dort in einen offenen, respektvollen Austausch mit gleichaltrigen nichtjüdischen Schüler*innen.

Ziel des Gesprächs ist es, Vorurteile abzubauen, Fragen offen zu besprechen und den Blick für die Vielfalt jüdischer Identitäten und Lebensrealitäten zu erweitern. Im geschützten Rahmen entsteht Raum für persönliche Begegnung, gegenseitiges Verständnis und lebendige Aufklärung.


Altersstufe: 14 - 18 Jahre
Dauer: 1 bis 2 Stunden (flexibel gestaltbar)
Kosten: € 2,00 pro Schüler*in
Voraussetzung: Schüler*innen sollten bereits ausgearbeitete Fragen zum Thema Judentum mitbringen
Weitere Infos: www.ikg-wien.at/Likrat

MODUL 4

Tacheles reden / Judentum erLeben

3-stündiger Workshop: Shoa-Education und Antisemitismusprävention anhand lokaler Erinnerungs- und Gedenkarbeit

Das Vermittlungsprogramm „tacheles reden“ erzählt die Geschichte der Shewa Kehilot / der Siebengemeinden mit der ehemaligen Synagoge Kobersdorf im Mittelpunkt. Ausgehend von den historischen Ereignissen setzen sich Teilnehmer*innen mit der Shoa (dem Holocaust) auseinander und reflektieren Ursachen und Folgen von Antisemitismus. Ergänzend zu den erinnerungspädagogischen Inhalten erhalten die Teilnehmer*innen anhand von Artefakten Einblicke in das Judentum als vielfältige, lebendige Kultur und Religion.

Methoden:
partizipativ – dialogisch – zielgruppensensibel – Stationenbetrieb – Gruppenarbeiten – Film-, Bild- und Textmaterialien – Begegnungslernen


Altersstufe: 6 - 10 Jahre, 10 - 14 Jahre, 14 - 16 Jahre, 16 - 20 Jahre, über 20 Jahre (alle Schultypen)
Dauer: 3 Unterrichtseinheiten (à 50 Minuten)
Kosten: frei 

In Kooperation mit dem Verein Granatapfel Kulturvermittlung

MODUL 5

Shalom-Salam-Grüß Gott

3-stündiger Workshop zum interkulturellen Lernen und zum interreligiösen Dialog

Ausgehend vom Judentum als erste monotheistische Tradition werden Gemeinsamkeiten von Judentum, Christentum und Islam gesucht, aber auch Unterschiede wertschätzend beleuchtet.

Der Workshop soll anhand von Artefakten Räume eröffnen, um in den Dialog zu kommen, Vorurteile abzubauen, Toleranz in der Diversität zu finden, andere Kulturen kennenzulernen und sich der gemeinsamen Wurzeln bewusst zu werden.

Themen: Monotheismus, Abraham, hebräische und arabische Sprache, Kalender, Feste, Speisevorschriften, Heilige Schriften, Symbole


Altersstufe: 6 - 10 Jahre, 10 - 14 Jahre, 14 - 16 Jahre, 16 - 20 Jahre, über 20 Jahre (alle Schultypen)
Dauer: 3 Unterrichtseinheiten (à 50 Minuten)
Kosten: frei 

In Kooperation mit dem Verein Granatapfel Kulturvermittlung

MODUL 6

Kein Platz für Hass und Ausgrenzung

3-stündiger Workshop gegen Extremismus und Polarisierung

Ausgehend von der Geschichte des Nationalsozialismus erfahren Teilnehmer*innen in diesem Workshop wie Rechtsextremismus, Linksextremismus, religiös motivierte Ideologien (z. B. islamistische) und verschwörungsideologische Strömungen entstehen und wirken. Anhand konkreter Beispiele werden Symbolik, Online-Radikalisierung, Desinformation und die Rolle von Medien, Sicherheitsbehörden und Meldestellen analysiert.

Der Workshop fördert persönliche Resilienz, Beteiligungskompetenz und demokratisches Bewusstsein. Teilnehmende reflektieren eigene Haltungsmuster, üben kritisches Denken und überlegen, wie Hass und Ausgrenzung im Alltag begegnet werden kann.


Altersstufe: 10  -14 Jahre, 14 - 16 Jahre, 16 - 20 Jahre, über 20 Jahre (alle Schultypen)
Dauer: 3 Unterrichtseinheiten (à 50 Minuten)
Kosten: frei

In Kooperation mit dem Verein Granatapfel Kulturvermittlung


Begleitmaterialien

Synagoge Kobersdorf: Lern- und Gedenkort für burgenländische Schülerinnen und Schüler
Antisemitismus
»FÜR DAS KIND« Der Kindertransport zur Rettung jüdischer Kinder nach Großbritannien 1938/1939